Zwanzig Jahre Lyrik im Schloss, gegründet zusammen mit Ulf von Hielmcrone. Zahlreiche Autoren und Autorinnen haben hier ihre Werke vorgestellt. Aber werden bei dem vielfältigen medialen Angebot heute überhaupt noch Gedichte gebraucht? Das fragt man sich auch bei der Herausgabe von Gedichten. Hilde Domin hat diese Frage in ihrer Poetologie „Wozu Lyrik heute?“ gestellt und u.a. mit einer Beobachtung beantwortet: „Das Gedicht hilft dem Vereinzelten gegen die Vereinzelung“.. Das Gedicht werde neu aufgeladen durch die Erfahrungen und das Bewusstsein der Lesenden. Die Lesenden vollziehen einen produktiven Akt, sie werden in einem kreativen Moment zu Mitdichtenden, sie finden sich im Gedicht, das wirkt befreiend und tröstend. So mag jeder seinen eigenen Zugang zu den Gedichten haben.

Zu dieser kreativen Erfahrung des Mitdichtens lädt auch diese Anthologie mit den verschiedenen Texten ein und wünscht Bereicherung und inneren Gewinn.

Therese Chromik

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